Archivbase | März 2005

Realismus und Phantastik

Mittwoch, 16. März 2005

Henry Arnold inszeniert ENDSTATION SEHNSUCHT von Tennessee Williams im TACHELES

„Endstation Sehnsucht“ des Pulitzer-Preisträgers Tennessee Williams ist ein gültiges Beispiel des psychologischen analytischen Realismus des amerikanischen Theaters. Henry Arnold inszenierte dieses 1950 in New York uraufgeführte Stück in Berlin. Seine sensible Handschrift zeichnet das Bild einer nie angekommenen Gesellschaft in der Welt der Pflanzer-Millionäre, Heimat und Geborgenheit suchend und niemals findend. Elisabeth Degen spielt Blanche DuBois, eine aus der Bahn geworfene junge Frau, deren fragile, morbide, hysterische und verträumte Darstellung bis an die Grenzen des Aushaltbaren geht. Sie ist schön und gebildet, dem Alkohol verfallen und in manchen Momenten schwebt sie wie ein Engel in der Szene. Ellen Schieß ist ihre Schwester Stella. Präsent und unbeirrbar verteidigt sie ihr Leben mit Stanley Kowalski, ihrem brutalen stolzen Mann, der Blanche hasst und gleichzeitig von ihren Reizen angezogen wird: Gernot Schmidt beeindruckt durch sein subtiles Spiel. Robert Hummel, rührend und in seiner Hilflosigkeit auch ein bisschen gemein, lässt Blanche wegen ihres schlechten Lebenswandels im Stich. Amüsant: Tobias Pabel, der fast von Blanche verführte Kassierer.

„Light’ning Spark“, die Band als zweite Seele: Eindrucksvoll und in poetischer Übereinstimmung mit Blanche die Sängerin Wiebke Zielke.

Bühne und Kostüme: Kathrin Hauser, die schönste Kostüme für Blanche fand.

Berlin, Tacheles, Goldener Saal, bis 27. März täglich 20 Uhr außer Montag und Dienstag.

Eintritt: Auf Anfrage